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Konzept        Concept

Nachhaltige Entwicklung erlebbar machen

Das Konzept der Stadtteilfarm basiert auf dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung, wie es durch die Vereinten Nationen in der Agenda 21 formuliert wurde. Das betrifft zum einen die Foerderung der Chancengleichheit, zum zweiten die Berücksichtigung der oekologischen Verträglichkeit und schließlich auch die oekonomische Tragfaehigkeit. Daraus erschließt sich eine ganzheitliche Sicht auf eine sozialoekologische Stadtentwicklung und es ergeben sich besondere Herausforderungen an die Infrastruktur, hinsichtlich Gestaltung, Angebote und Organisation der Einrichtung.

Eine für alle !

In der Stadtteilfarm werden bestimmte Bereiche immer und zu bestimmten Zeiten jeder Bereich für alle zugänglich sein. Kinder erhalten hier vielfaeltige Moeglichkeiten zu spielerischer Entfaltung, Jugendliche Anregungen zur Identitaetsbildung, Sinnfindung und beruflichen Orientierung, Familien Hilfestellungen zur Bewältigung ihres Alltags zwischen Beruf, Freizeit und Erziehung der Kinder und Senioren Angebote zur Gestaltung eines engagierten Lebensabends. Ein zentraler Aspekt bildet der inklusive Charakter der Einrichtung. Insbesondere soll die Einrichtung barrierefrei ausgestattet sein

Oekologie erlebbar machen

Der Stadtteilbezug, den Nachbarschaftsheime oder sozialkulturelle Zentren über ihre Angebote herstellen, wird durch die oekologische Dimension erweitert. Die organischen Abfälle aus dem Quartier werden beispielsweise in einer modernen Kompoststation unmittelbar auf der Farm kompostiert.

Die gewonnene Erde wird dann einer ”fruchtbaren” Verwertung zugeführt. Das passiert im Rahmen eines Nachbarschafts-, Sinnes- und Lehrgartens. Hier dient der Kompost zum Anbau von Gemuese, Obst oder Blumen. Die unmittelbare Verwertung organischer Abfaelle ist nicht nur oekologisch sinnvoll und macht Stoffkreislaeufe für alle erfahrbar, sondern macht auch wirtschaftlich Sinn, denn ueber die Abschoepfung eines Teils der Muellgebuehren ergibt sich auch eine Einnahmequelle für die Farm.

In aehnlicher Weise laesst sich die ”Ernte” von Regenwasser aus dem Wohn- bzw Gebaeudebereich sowohl für spielerische Zwecke als auch fuer Brauchwasser nutzbar machen. Weitere Elemente liegen in der Energieproduktion auf der Basis nachwachsender Rohstoffe oder aber durch eine ausgereifte Solararchitektur der Stadtteilfarm.

Sinnvolle Arbeit anbieten

Die Arbeitswelt der Zukunft wird sich von der Welt traditioneller Lebensberufe immer mehr entfernen und die Moeglichkeit zu abwechslungsreichen und unabhaengigen Taetigkeiten eroeffnen. In diesem Zusammenhang werden auch Angebote auf der Stadtteilfarm gefragt sein. Eine Vielzahl von Arbeitsmoeglichkeiten koennen in Werkstaetten, Ateliers und High-Tech-Laboren, in der Gastronomie, im Rahmen von wohnungsnahem Gewerbe und Dienstleistungen und durch Verkauf von Erzeugnissen aus oekologischem Anbau, regionaler Produktion und fairem Handel neu entstehen oder gesichert werden und zur wirtschaftlichen Tragfaehigkeit der Farm beitragen.

Für die soziale und kulturelle Arbeit stehen bedarfsorientierte Räume und Hilfsmittel auf einem hohen technischen Niveau zur Verfuegung.

Im Bereich von Werkstaetten und Ateliers stehen auch Angebote zur Selbsttaetigkeit mit und ohne Betreuung zur Verfuegung, so dass sich ein Rahmen für fliessende Uebergaenge zwischen Erwerbsarbeit, Selbstversorgung und Nachbarschaftshilfe ergibt, der Synergieeffekte bewirkt.

Organisationsstrukturen neu denken

Globalisierung, Steuersenkungen und Kürzungen sozialer Ausgaben stellen zunehmend Ansprueche an eine robuste Organisationsstruktur sozialer Dienste, die auch in der Lage ist, in großem Umfang Eigenmittel zu erwirtschaften. Dabei sind die verschiedenen Funktionen der Stadtteilfarm zu berücksichtigen:

1. Sozialkulturelle Leistungen im Non-Profit-Bereich. Hier sind die unterschiedlichen Nutzergruppen zu berücksichtigen. Diese sollen sowohl bei der Planung als auch im Rahmen des laufenden Managements beteiligt sein. Insbesondere Menschen mit Behinderungen, Kindern und anderen in der Stadtentwicklung benachteiligten Gruppen sollen dabei Partizipationsmoeglichkeiten zur Verfügung stehen

2. Bewirtschaftung der Immobilien

3. Gewerbliche Bereiche, die zwar unternehmerisch eigenstaendig sein sollten, aber mit dem sozialoekologischen Anspruch des Projektes kompatibel sein muessen.

Die Stadtteilfarm als Attraktion

Soziale Einrichtungen - soweit sie ueberhaupt im Rahmen von staedtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen entstehen  - werden oft unter Druck der oeffentlichen Verwaltung gegenueber Investoren durchgesetzt, was nicht immer im Sinne einer optimalen Entwicklung der Einrichtung verläuft.

Die Stadtteilfarm wirkt sich dagegen nachhaltig positiv auf die Vermarktung der Wohnobjekte aus. Ihr Aufbau liegt damit auch im unmittelbaren Interesse von Investoren. Gegenueber konventionellen Entwicklungsmaßnahmen entstehen dabei insbesondere in autofreien Quartieren kaum Mehrkosten, denn:

1. werden durch die Einsparung von Pkw-Stellplätzen Flaechen und Mittel für die Entwicklung des Wohnumfeldes frei

2. erlaubt die Integration mehrerer Einrichtungen unter dem Dach der Farm eine kostenguenstige Realisierung und

3. traegt die Farm mittel- bis langfristig zu Einsparung von Betriebskosten bei. Dabei sind die positiven Auswirkungen eines engagierten nachbarschaftlichen Netzwerkes noch gar nicht berücksichtigt.

Beispiel: Ausgangsnutzung: Kinderbetreuung

Die Schaffung von Betreuungsplaetzen für Kleinkinder in einem neuen Stadtviertel hat zunaechst Vorrang. Sie ist auch im Rahmen gesetzlich Ansprueche geregelt. Insgesamt besteht beispielsweise fuer ein Quartier mit 800 Wohneinheiten zunaechst ein Spitzenbedarf von 200 Plaetzen in Krippe-, Kindergarten und Hortbereich. Wobei sich mehrere Traeger bzw unabhaengige Gruppen sich die Gebaeude teilen koennen. Beispielsweise eine Kita mit rund 40 Plaetzen, die sich an der Waldorf-Paedagogik orientiert und eine deutsch-polnische Kita, die ein zweisprachiges Konzept verfolgt usw.

Dauernutzung: Stadtteilzentrum

Die Beduerfnisse und Wuensche aelterer Kinder und Jugendlicher und die Moeglichkeit der Schaffung eines lebendigen Nachbarschafts- und Stadtteilzentrums fuer alle koennen allerdings von Anfang an mitbedacht und schrittweise parallel zu einem Abbau der Kitaplaetze - wie er nach 5-10 Jahren ueblich ist umgesetzt werden. 

Der Betrieb einer Stadtteilfarm wird unter den schwierigen Haushaltsbedingungen in Berlin aber auch von einer soliden Basis ehrenamtlicher Mitarbeit, und der Erwirtschaftung von Eigenmitteln abhaengen.

Beispiel:  Raumprogramm und Nutzungsentwicklung

 

 

Making sustainable development livable

The community farm´s concept is based on the principles of sustainable development which were outlined in the United Nation’s agenda 21, aiming at a balance of social equity, ecological soundness and economic, viability. This leads to a holistic view of the problems of urban development and an aditional challenge in physical and service design as well as organisation of the community farm

A farm for everybody

The planned community farm will be open, in some areas all of the time and sometimes in all areas, to the whole community. It will offer children play and educational opportunities, young people training opportunities and impulses to develop their own identity, families support to cope with multiple tasks of work and raising their children, senior citizens to engage in a fulfilling and socially integrated retirement and recreational opportunities for all. Inclusiveness is a central aspect of the farm’s character. It will be especially designed to guarantee barrierfree access.

Experiencing ecology

Most community projects serve primarily as a social centers. The community farm adds an ecological dimension to this Organic wastes from the carfree residential area will be composted in a modern composting station on the farm.

The fertile soil which results from this will be used in a community and sensory garden to produce fresh fruit, tasty vegetables and colorful flowers. This is not only reasonable in terms of environmental sustainability and for educational reasons, als it visualizes ecological cycles, but also adds to the revenues of the farm.

Harvesting rainwater could be another aspect of ecological services adding to the educational and economic sense of the farm. Finally energy production could be another service using regenerative resources or features of solar architecture. Short cutting ecological cycles will be a major contribution to the sustainable community.

Meaningful work

Work in the future will be quite different from traditional life time dependent labour. It will offer the possibility of diverse and independent work culture. In this development, the community farm will become an attractive work site: Workshops, studios and laboratories, a local restaurant and shops promoting the use of ecologically sound long lasting products and items of fair trade as well as person-to-person services will add to the economic viabilty of the farm, while providing meaningful jobs for the community.

Professional equipment and resources can be used for cultural events and social services.

Commercial enterprises will profit from an attractive environment and they will be able to contribute directly to the cost of social services. There will be a new relationship between  traditional employment, high and low tech self providing and individual “callings” which can be commercial, recreational or community volunteering.

Redefining organisational structures

 In the current situation of globalisation, tax cuts and crumbling social service expeditures a more robust organisational structure is needed, able to create own revenues.

The concept of the community farm is therefore calling for a  more complex organisational structure. One aspect is the buildings and land management. Another aspect is the running of (community) enterprises on the farm and yet another aspect is the coordination and facilitation of the non-profit cultural, as well as social services, including day care, play animation, special events ...

Last but not least the needs and interests of different user groups will have to be considered. For that purpose there will have to be participatory procedures during the planning and set up of the farm, as well as in the general management thereafter. Especially important will be the inclusion of children, disabled persons and other disadvantaged groups to prevent an “imbalanced” structure of the community farm.

The community farm as an attraction

So far, if social service infrastructure was included in private city development, it was often pushed through against the immediate interests of developers, which didn’t always serve the services well – neither in design nor concept.

The community farm could be viewed by investors and developers as a “natural” asset, which would enhance the chances of marketing inner city residential areas. Therefore, not only could the construction of the community farm be in the interest of these developers but also actively promoted by them. This need not necessarily raise extra cost, because a lot of capital can be been “saved” by not having to invest in expensive subterrainean parking facilities, streets etc. Instead this money can be used to improve the social and ecologiacl infrastructure. Besides the farm will contribute to lower running costs in the long run, not even mentioning the positive aspect of a constructive social network.

 

Example: Starting use: day care facilities

Creating day care facilities for preschoolers have first priority in a new residnetial development. Their availability is guaranteed by law. According to experiences in housing development there will be a high demand, to start with, in all sections of day care from toddlers to school children up to 10 years . The estimate for a residential area of 800 units for example is at about 200 placements. Under the “roff of a community farm” different organisations and providers can offer a certain share of the placements.

There couod be a Rudolf-Steiner oriented institution offering some 40 placements next to a Polish-German bilingual Kindergarden etc.

Permanent use: community center

The interests of older children and youth, as well as the option to create a lively neighborhood and community center for all ages, will be taken into consideration from the beginning and realized step by step parallel to the decreasing need for day care placements (120 permanent placements according to long term experiences)

Because of the difficult financial situation of Berlin - like many other cities - the running of a community farm will also depend on a firm base of volunteers and the aquisition of own revenues

Facility use plan